Das BIP und die Dienstleistungen

An der Messgröße BIP kann man viel kritisieren. Eine Kritik hängt mit dem tertiären Sektor zusammen.
Das BIP wird oft hergenommen, um den Wohlstand einer Volkswirtschaft zu messen. Wenn man sich das BIP der meisten "westlichen" Länder ansieht, so kann man bemerken dass dem tertiären Sektor hier ein großes Gewicht zufällt. Hinter dem tertiären Sektor stehen die Dienstleistungen und hinter diesen Menschen, die sie tätigen.
Das bedeutet, dass der enorme Reichtum(natürlich ist Reichtum hier materieller Reichtum)der "westlichen" Gesellschaften gar nicht so existiert. Wir arbeiten nur ungeheuer viel. Eigentlich dürfte man den tertiären Sektor gar nicht ins BIP aufnehmen, wenn man das BIP als Reichtums- und Wohlstandsindikator nimmt. Denn die Dienstleistungen repräsentieren nicht Reichtum, sondern Arbeit von Menschen für Menschen. Und wenn dieser Sektor wächst, dann arbeiten nur mehr Menschen für Menschen oder Menschen für mehr Menschen. Oder die Preise für die Arbeit sind gestiegen. Das heißt es wächst hier nicht der Reichtum sondern nur die Arbeit.

Wikipedia: BIP
Wikipedia: Wirtschaftssektor

Mensch als Mittel?

Eine Formulierung von Kants kategorischen Imperativ lautet wie folgt:
„Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst.“

Wir sollen also unsere Handlungen so ausrichten, dass wir Menschen auch als Zweck sehen, und sie nicht nur als Mittel zur Erreichung eines anderen Zwecks. Dies hört sich in moralischer Hinsicht ja vernünftig an.:-)

Als ich den Satz zum ersten Mal hörte, hatte er auf mein Denken allerdings Konsequenzen, die er vermutlich nicht haben sollte. Denn er lenkte meine Aufmerksam darauf, dass man Menschen überhaupt als Mittel verwenden kann. Wenn ich ein Ziel erreichen möchte, also mit meinen Handlungen einen Zweck verfolge, kann ich auf andere Personen als Mittel zurückgreifen. Dies scheint mir eine Rechtfertigung dafür zu sein, andere Menschen für einen arbeiten zu lassen. Ich kann andere für mich arbeiten lassen, sie quasi als Sklaven halten, sie zum Mittel zum Zweck verwenden, solange ich sie zugleich auch als Zweck sehe. War Kant die moralische Konsequenz, dass man aus seiner Formulierung lernen kann, dass man überhaupt Menschen für seine Zwecke gebraucht, bewusst?

Aus der Krise?

Bei der Frage nach einem Ausweg aus der Krise werden oft mehrere Möglichkeiten aufgezeigt:
Erstens, wir lassen die Banken sterben.
Zweitens, wir pumpen Milliarden an Steuergeldern hinein (Es wird immer gesagt, dass das nur Kredite sind. Aber der Staat hat das Geld ja selber nicht sondern nimmt dafür Kredite auf.) und schauen weiterhin den Banken zu.
Drittens, wir pumpen Milliarden an Steuergelden hinein und schaffen neue Restriktionen oder erhöhen den staatlichen Einfluss.
Viertens, wir verstaatlichen die Banken.

Doch: Warum sollte eine verstaatlichte Bank besser funktionieren als eine marktwirtschaftliche Bank? Weil sie demokratischer Kontrolle unterliegt? Nein. Ich postuliere, dass weder die Verstaatlichung, noch die anderen "Auswege" wirklich Lösungen des Problems darstellen.

Warum werden nicht strukturelle Fragen angegangen? Diese Krisen sind der Struktur immanent, und damit meine ich nicht, dass die Marktwirtschaft abgeschafft gehört. Sondern einzelne Teile unseres Wirtschaftssystems sind einfach falsch geregelt. Es müssen strukturelle Veränderungen her, um Krisen wie die derzeitige nachhaltig zu beseitigen. Und die anderen Strukturen liegen auf dem Tisch, sie werden nur nicht öffentlich besprochen! Eine ist zum Beispiel diese hier:
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