Wie man Fundamentalisten erkennt

Wir alle kennen sie: Die Propheten, welche uns von einer besseren Welt erzählen. Oft sind es wortgewandte Frauen und Männer, die uns mit ihren Ausführungen in den Bann ziehen, ja, begeistern. Sie scheinen die Probleme unserer Zeit aufzeigen zu können und bieten meist schon eine Hand voll sinnvoller Lösungen an. Doch woher weiß man, dass man nicht einem Betrüger aufsitzt? Wie erkennt man Fundamentalisten und Quacksalber, die gar nicht unser Bestes wollen?
Folgender Fragenkatalog kann helfen, sie zu erkennen. Aber Vorsicht! Wenn jemand den einen oder anderen Punkt erfüllt heißt das noch lange nicht, dass er ein Fundamentalist ist. Aber es ist ein erster Anhaltspunkt! Weiters muss man aufpassen, dass man sich nicht selber jeglichem Fortschritt gegenüber verschließt und zum Bremser wird. Aber sehen wir uns die Kriterien an, mittels derer man Fundamentalisten erkennt:

Profitieren sie am meisten vom vorgeschlagenen System?

Schlagen sie ein auf den ersten Blick sehr sinnvolles System vor, von welchem sie jedoch selber am meisten profitieren? Wenn die Entwicklung des Systems beispielsweise mit einer Zahlung an die betreffende Person verbunden ist, so kann das ein Anzeichen sein, dass die Person eigentlich nur ihr eigenes Interesse verfolgt.

Verwenden sie manipulative Mittel?


Beschäftige dich mit NLP und anderen Formen der zwischenmenschlichen Beeinflussung! Wendet die Person diese Mittel konsequent an, um andere in den Bann zu ziehen?
Die Entstehungsgeschichte von Propaganda ist ebenfalls interessant diesbezüglich!
Schau auf Inhalte und hinter die oft gut klingenden, leeren Phrasen!


Lies die Originalquellen!

Lies die Quellen selber, die sie zitieren!

Oft berufen sich diese Personen auf wissenschaftliche Abhandlungen und Texte von Personen, deren Namen positiv besetzt sind. Aber: Zitieren sie diese Personen überhaupt richtig? Verzerren sie nicht deren Ansichten zu ihren Gunsten?

Denke zu Ende!

Wenn das vorgeschlagene System konsequent durchgezogen würde, was wären die Ergebnisse?
Ich habe dies beispielsweise mit dem System der Privatrechtsgesellschaft durchgeführt, mit interessanten Resultaten. Auch mein Vater hat diesbezüglich interessant gebloggt!

Welche Organisation predigt ähnlich? 

Gibt es inhaltliche Verbindungen? Gibt es personelle Verbindungen? Vertritt die Person eigentlich andere Interessen? Ein gutes Beispiel hierfür ist die Tea-Party-Bewegung in den USA.

Wende das, was sie anderen vorwerfen, auf sie selber an!

Oft hilft es, die Vorwürfe anderen gegenüber ihnen selber vorzuwerfen. Dreh den Spieß um und schau, was passiert!

Ändern sie ihre Meinung?

Ändern die Propheten ihre Meinung? Geben sie frühere Fehler zu? Nein? Wollen sie überhaupt Erkenntnis? Erkenntnis hängt immer mit Versuch und Irrtum zusammen. Niemand gibt gerne Fehler zu. Wenn jemand jedoch in der Vergangenheit offensichtlich Fehler gemacht hat, diese aber weiterhin ignoriert, so ist zumindest etwas faul. 

Höre auf dein Gefühl!

Sagt deine innere Stimme: Hier stimmt etwas nicht? Dann wäre es gut zu erforschen, weshalb dieses Gefühl da ist. Vorsicht: Gefühle können aber auch täuschen, weil sich das Neue meist ungewohnt anfühlt und unintuitiv ist.

Hört es sich zu gut an, um wahr zu sein? 

Versprechen sie paradiesische Zustände, wenn man ihr System anwendet? Bietet ihr System den Überfluss, die Lösung aller Probleme oder unermesslichen Reichtum ohne Aufwand an?
Fast alle dieser Menschen bieten Lösungen an. Wenn die Lösung jedoch ein Paradies auf Erden darstellt und das ohne, dass man etwas dafür tun muss, so ist es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Betrug.
Bestes Beispiel dafür ist das Auftriebskraftwerk.

Warum sind Fundamentalisten gefährlich?

Und warum sollte man sich vor solchen Personen schützen?
  • Sie benützen andere für ihre Ziele.
  • Sie werden manchmal von Hintermännern bezahlt, die etwas ganz anderes im Sinn haben.
  • Sie verwenden manipulative Mittel. Auch wenn der Zweck gut ist: Der Zweck heiligt nicht die Mittel!
  • Die Ausführung ihrer Vorschläge hätte katastrophale Folgen.
  • Sie sind selber festgefahren und stehen ihrem eigenen Erkenntnisfortschritt und damit dem anderer im Weg.
 

Die Frage, die sich nun jeder selber stellen muss:

Bin ich selber ein Fundamentalist?
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